Wo Kanonenkugeln an der Decke hängen

Die Florinskirche

Die um 1100 errichtete Florinskirche gehörte einst zum Chorherren-Stift St. Florin und ist heute eine evangelische Gemeindekirche im Stadtzentrum.

Nachdem 1794 französische Revolutionstruppen Koblenz besetzt hatten, wurde St. Florin 1803 säkularisiert und als Magazin genutzt. Auf Veranlassung Napoleons sollte die Florinskirche sogar zu einem städtischen Schlachthaus mit Verkaufsständen umfunktioniert werden.
Doch dazu kam es nicht: Nach der Übernahme der Stadt durch die Preußen übertrug König Friedrich Wilhelm III. das Gebäude der evangelischen Militär- und Zivilgemeinde. 1820 wurde die Florinskirche als evangelische Pfarrkirche geweiht und war damit das erste evangelische Kirchengebäude in Koblenz.

Ungewöhnlich: Die Kanonenkugel im Deckengewölbe

Das Innere des Kirchenschiffs ist harmonisch und klar proportioniert. Barocke Putten in den Ecken erinnern daran, dass das erst im 16. Jahrhundert eingezogene Gewölbe nach der Zerstörung von 1688 im Jahr 1708 wiederhergestellt wurde. Im Gewölbe über dem Taufbecken steckt eine Kanonenkugel. Sie wurde bei der Reparatur des Gewölbes hier eingefügt, um an die Zerstörung der Stadt zu erinnern.

Sehenswert: Der Florinsmarkt


Die Florinskirche bildet zusammen mit dem alten Kauf- und Danzhaus, dem Schöffenhaus und dem Bürresheimer Hof ein Ensemble aus vier historischen Gebäuden, das zu den schönsten Gebäudegruppen der Stadt gehört. 

Im September 2013 hat die GÖRLITZ Stiftung alle städtischen Gebäude rund um den Platz erworben. Das Ensemble am Florinsmarkt soll über alle Gebäude hinweg ein Kultur- und Gästehaus werden.

Weitere Informationen: www.florinsmarkt.de

weiterlesen

Das sollten Sie nicht verpassen